Ho-Chi-Minh City und Mekong Delta

Nach der etwas mühsamen Reise im Nachtbus nach Phnom Penh haben wir uns diesmal wieder für eine Tagesbusverbindung nach Ho-Chi-Minh-City entschieden. Die Wahl viel auf den Mekong Express, der die zu bewältigenden 240km in 6 Stunden bewältigen sollte. Da aber wieder ein Grenzübertritt anstand und auch sicher die eine oder andere Pause an einer Raststation oder Räucherstäbchenhaltermanufaktur rechneten wir schon mal mit 2 Stunden mehr..
P1010781Nachdem der Bus mit Passagieren und allerlei Ladegut beladen wurde ging’s auch schon los Richtung Vietnam. Eigentlich wollten wir ja noch etwas länger in Kambodscha bleiben und ans Meer fahren. Vor Sihanoukville soll’s auf den Inseln wunderbare Strände geben, der Ort selbst aber eher Ballermann Level haben. Ok, wir haben’s jetzt nicht selbst gesehen, aber das waren Erzählungen anderer Reisender. Auf jeden Fall haben wir noch genug Strand geplant und daher zugunsten anderer Reiseziele drauf verzichtet. Auch direkt Richtung Laos oder direkt per Boot ins Mekong Delta wäre sehr interessant, lies sich aber mit unserer “Planung” nicht vereinbaren. An der Grenze angekommen gab’s gleich wieder mal Ärger. Für die Ausreise aus Kambodscha haben wir alle unsere Pässe der Begleiterin gegeben um diese Abstempeln zu lassen. Danach hat jeder seinen wieder zurückbekommen, außer mir. Ich wurde nur an einen etwas abseits gelegenen Schalter gebracht worauf die Unterstützung der Begleiterin auch gleich endete. Der Grenzbeamte teilte mir mit, dass er mich jetzt eigentlich, um den Gesetzen Folge zu leisten, an die thailändische Grenze zurückschicken müsste, weil ich dort keinen Einreisestempel bekommen habe!! Super Idee, wären ja nur ca. 20 Stunden Busfahrt. Nicht so gut, aber auch Nachfrage hat er mich zu einer Strafe von 10 Dollar verdonnert und wir durften weiter. Da bin ich wohl in eine Falle getappt um den Grenzbeamten ein kleines Zusatzeinkommen zu bescheren. Eigentlich nicht überraschend in Kambodscha. Bei der Einreise sind wir ca. 1.5 Stunden in der Schlange gestanden, es wurden meine Fingerabdrücke genommen, fotografiert und fleißig gestempelt. Leider wohl neben meinen Pass, wir haben nachher nicht geschaut. Das passiert uns sicher nicht mehr, aber ist ist gut ausgegangen. Er hätte auch 50, 100 oder noch mehr verlangen können. Was soll man machen, die Polizei rufen? P1010783Wie erwartet sind wir dann mit ca. 1.5 Stunden Verspätung angekommen und haben erst mal wieder einen Stadtrundgang gemacht. Merke: Männer kommen in Saigon mit Flip-Flops und kurzer Hose in keine Skybar. Natürlich haben wir auch gleich die Lokale Küche probiert und versucht riesige Kreuzungen zwischen hunderten Mopeds zu überqueren. Der Verkehr ist berauschend aber es macht Spaß!
Der nächste Tag galt wieder dem Sightseeing. Diesmal haben wir es auch im ein hohes Gebäude geschafft, den Bitexco Financial Tower. Nicht riesig, aber für einen durch Smog beschränkten Überblick über die Stadt gut genug.
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Als nächstes stand ein Ausflug zu den Cu Chi Tunneln am Programm. Dort konnten wir uns unter Führung eines unverständlich Englisch sprechenden Guides verschiedenste Fallen, Waffen und andere Kriegsrelikte anschauen und durch einen extra für Touristen ausgeweiteten, aber trotzdem engen, Tunnel gehen. Vorher gab’s noch einen kurzen Propagandafilm. Die Möglichkeit für 1 Dollar pro Schuss mit einer AK-47 oder M-16 zu schießen haben wir dankend ausgelassen.
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Etwas genervt von dieser Tour haben wir beschlossen am nächsten Tag mit den Öffis Richtung Mekong Delta aufzubrechen. Dazu fährt man erst mal vom Stadtzentrum zu einem etwas außerhalb liegenden Busbahnbahnhof. Die Leute waren trotz großer Sprachbarrieren sehr hilfreich und wir schafften es den richtigen Bus zu finden. Ein älterer Herr hat mir auch mitgeteilt, dass das Essen in Vinh Longh das beste von ganz Vietnam sei. Ich hab’s zumindest so verstanden. Das hat sich im Nachhinein als Fehlinterpretation herausgestellt. Am Busbahnhof angekommen und das Ticket gekauft wurden wir abwechselnd von unterschiedlichen Leuten quer über den Platz geschickt bis wir dann zwischen all den großen Bussen unseren fanden. Es war der kleinste und er war auch schon ziemlich voll mit Menschen, Schachteln und Geschenkskörben. Dazwischen fanden wir noch Platz und die Fahrt konnte beginnen.
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Bei einer solchen vietnamesischen Busfahrt werden zwischendurch immer wieder Pakete und Personen ein,-und ausgeladen. Ein Stillstand des Fahrzeugs ist dazu nicht immer nötig. Leises piepsen verriet die mitreisenden Kücken in einer Schachtel. In Vinh Long angekommen warteten auch schon “zufällig” 2 Moto Fahrer mit denen wir ins Stadtzentrum fuhren.
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Beim Stadtrundgang stellte sich heraus, dass sich wohl recht wenige Touristen hierher verirren und wir wurden teilweise genau beobachtet.
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Voller Vorfreude haben wir am Markt auch gleich eine frische Nudelsuppe bestellt. Diese sah dann aber eher aus wie der Mekong und ich denke dass dieser auch ähnlich schmeckt. Die Meeresfrüchte in den den Untiefen dieser mit Innereien gekochten braunen Brühe waren zumindest ok.
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Für den nächsten Tag um 6 Uhr früh haben wir uns einen privaten Bootskapitän bestellt sodass wir den Abend mit den Klängen einer angrenzenden Karaoke Bar gemütlich ausklingen ließen.
In der Früh geht’s als erstes mal zum obligatorischen Tankstellenbesuch und dann Richtung schwimmenden Markt von Cai-Be.
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Dieser Markt wird nicht so stark von Touristen frequentiert bzw. waren wir auch vor den meisten dort. Wir beobachteten das Treiben von einem kleinen Boot aus auf dem eine Frau Obst und Kaffee verkauft. Der Markt hatte nicht viel mit den bunten Bildern aus Reiseprospekten zu tun sondern erfüllte einfach seine Bestimmung ein Markt zu sein. Waren werden von einem Boot ins andere umgeladen und die Händler fahren dann weiter um diese wiederum in kleineren Dörfern oder an andere Händler weiter zu verkaufen.
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Nach dem Markt ging’s noch zu einer kleinen Obstplantage, einer Kokosnusszuckerlmanufaktur und einer kleinen Ruderbootfahrt. Alles ganz nett Smiley
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Nach diesem Ausflug sind wir dann gleich wieder mit Motos weiter zur Fähre um dann in 2 stündiger Lokalbusfahrt in Ben Tre, einer weiteren Stadt im Mekong Delta anzukommen. In dieser wenig attraktiven Stadt haben wir noch einheimische Spezialitäten gegessen, was gar nicht so einfach ist wenn keiner Englisch spricht und man nicht weiß was die Namen der Gerichte bedeuten. Vegetarisch ist in dieser Gegend sowieso ein Fremdwort und erleichtert den Bestellvorgang nicht unbedingt. Am Ende wurden wir trotzdem satt und es war sogar recht gut, obwohl ich nicht genau weiß was da am Spieß tatsächlich drauf war. Nach einer Nacht in einem extrem unsympathischen Riesenhotel verließen wir dann wieder um 6 Uhr früh das Mekong Delta in Richtung Mui Ne um etwas Sonne zu tanken.

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2 Gedanken zu “Ho-Chi-Minh City und Mekong Delta

  1. Maxl 9. Februar 2015 / 22:48

    Hey, mit 10 Dollar Strafe seids eh glimpflich davongekommen. Ich hab 2012 in Indonesien, damit ich von der Insel Bintan zurück nach Singapur durfte, einem kleinen korrupten Grenzoffizier 1000 S$ zahlen dürfen (des waren damals ca. 700€) da wird’s dir dann ganz war ums Herz 😉

    Die Fotos sind wieder mal super! Vietnam is sowieso vui geil 😉 aber ich bin nicht neidisch … ok, vielleicht nur ein bisschen … na gut, ich gebs ja zu, ich bin so richtig neidisch auf euch!!

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    • lisaundthomas 10. Februar 2015 / 5:16

      Hi Maxl,
      Hast recht, vermutlich hat er an dem Tag schon genug eingenommen 😉
      Mich ärgerts eh das mir das passiert ist, trotz deiner Warnung. Aber jetzt wird immer ganz genau geschaut.
      Lg aus Vang Vieng

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